Typische Frauenkrankheiten: Unter welchen Erkrankungen leiden Frauen häufiger als Männer?

Zu den häufigsten Männerkrankheiten lesen Sie in unserem Artikel zu diesem Thema.

Es gibt viele Gründe, warum Frauen für diese oder jene Erkrankungen anfälliger sind – biologische, psychologische und soziokulturelle. Im Weiteren sehen wir uns fünf der bei Frauen am häufigsten auftretenden Erkrankungen an.

Depression

Depression ist eine psychologische Störung, die sich durch Niedergeschlagenheit, die Unfähigkeit, sich am Leben zu freuen, negative Gedanken und ein verringertes Selbstwertgefühl auszeichnet. Da Frauen deutlich emotionaler sind als Männer, leiden sie fast doppelt so häufig unter Depression. Genetische Prädisposition sowie Hormonschwankungen, insbesondere während der Schwangerschaft und Menopause, sind die wichtigsten biologischen Gründe für das Auftreten von Depressionen. An psychologischen Gründen sind besonders ständiges Aufregen sowie übermässige Anhaftung in einer Beziehung zu erwähnen. All dies kann depressive Zustände hervorrufen. Gefördert werden depressive Zustände auch von einer kurzen Tageslänge, wenig Sonne, Bewegungsmangel und unausgewogener Ernährung. Daher ist bei der Diagnostik und Behandlung einer Depression ein komplexer Ansatz wichtig.

Etwa 1 von 8 Frauen kann mit der Entwicklung einer klinischen Depression aufgrund von Hormonstörungen rechnen

(Bild: pixabay.com)

Grüner Star

Der Grüne Star, auch Glaukom genannt, bezeichnet eine Reihe von Erkrankungen, die mit einem erhöhten Augeninnendruck zusammenhängen und zu einer Abnahme der Sehschärfe und einer Schädigung des Sehnervs führen. Bei Frauen ist das Risiko der Erkrankung an Grünem Star drei Mal so hoch wie bei Männern. Leider wurden dazu nicht viele Studien durchgeführt, doch es wird angenommen, dass dies mit der Abnahme des Östrogens zusammenhängt, das den Sehnerv schützt. Auch sollte man die genetische Prädisposition nicht vergessen, die die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung eines Glaukoms auf das 2-4-Fache erhöht. Regelmässige Besuche beim Augenarzt können viele negative Folgen des Grünen Stars verhindern. Menschen, die unter dieser Erkrankung leiden, wird empfohlen, mindestens einmal im Jahr einen Augenarzt aufzusuchen, für alle anderen reicht eine Vorsorgeuntersuchung alle zwei Jahre.

Zöliakie

Zöliakie ist, einfacher gesagt, eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten und verwandten Eiweissen aus anderen Getreidesorten. Die Zotten im Dünndarm sind geschädigt und das verhindert die richtige Verdauung. Bei einer solchen Unverträglichkeit wird den Kranken empfohlen, nur solche Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die speziell als «glutenfrei» gekennzeichnet sind.

Glutenunverträglichkeit kommt bei Frauen 2-3 Mal so oft vor wie bei Männern. Die Erkrankung zeigt sich im Alter zwischen 6 Monaten und 1 Jahr, wenn mit Beikost begonnen wird. Zöliakie wird damit in Verbindung gebracht, dass die Hormone Progesteron und Östrogen direkt mit der Glutenempfindlichkeit zusammenhängen. Besonders stark zeigt sich die Erkrankung in der Menopause, während der hormonellen Umstellung des gesamten Organismus. Heute gibt es auf dem Markt der Industrieländer ein breites Sortiment an glutenfreien Lebensmitteln, darunter auch Brot, Getreidebreie und Nachspeisen. In vielen Restaurants der grossen Städte der Schweiz stehen sogar spezielle Gerichte aus glutenfreien Getreidesorten und Pseudogetreiden dauerhaft auf der Speisekarte. Doch da dieser Trend noch nicht überall verbreitet ist, können Menschen mit Zöliakie professionelle Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Ein Gespräch mit einem Ernährungsberater aus der Schweiz können Sie auch online buchen: Bequem von zu Hause aus können Sie aus einem Land, das in der Ernährungswissenschaft weltweit führend ist, vollwertige medizinische Hilfe in dieser Frage erhalten, indem Sie sich zu einer Videoberatung anmelden, zum Beispiel auf www.airdoc.ch.

Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis ist eine schwierige Autoimmunerkrankung, die sich durch Gelenkentzündung und Schmerzen in den Gelenken auszeichnet. Bei Frauen entwickelt sich diese Erkrankung 2-3 Mal so oft, während sie bei Männern heftiger verläuft. Die Gründe der Erkrankung sind bisher nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass es sich um eine Folgeerkrankung handelt und sie sich infolge von Infektionen entwickelt, die von einer Störung des Immunsystems hervorgerufen werden.  

Alzheimer 

Alzheimer ist die verbreitetste Form von Demenz. Bei den Erkrankten sinkt die Gedächtnisspanne und treten Denk- und Verhaltensstörungen auf.  Bei Alzheimer sinkt die Masse verschiedener Teile des Grosshirns stark. In der Regel wird die Erkrankung bei Menschen über 65 diagnostiziert, doch es gibt auch eine Frühform, die recht selten auftritt.

Forscher haben beobachtet, dass sich das Gedächtnis bei Frauen doppelt so schnell verschlechtert wie bei Männern. Ausserdem wurde bei Frauen eine grössere Zahl von Beta-Amyloid-Plaques festgestellt, die als Anzeiger der Erkrankung gelten.

Demenz lässt sich nicht aufhalten, aber verlangsamen. In der Schweiz gründen zu diesem Zweck professionelle Heilberufler, die sich auf altersbedingte Veränderungen des Gehirns spezialisiert haben, wohltätige Gesellschaften und Gruppen, wo unter dieser Erkrankung Leidende spezielle geistige und körperliche Übungen machen können, die zur Verlangsamung des Krankheitsfortschritts beitragen. Falls die Krankheit noch kein tragisches Stadium erreicht hat, tauschen sich die Patienten in diesen Gruppen mit neuen Leuten aus, machen gemeinsame Spaziergänge und es werden für sie spezielle Unterhaltungsprogramme organisiert. Die Verwandten der an Demenz Erkrankten erhalten in der Zeit die Möglichkeit, Kräfte zu tanken und eigene Angelegenheiten zu regeln. Ausserdem werden in der Schweiz für Familien von Menschen mit altersbedingten Veränderungen des Gehirns thematische Seminare und Schulungen organisiert, wo ihnen geholfen wird, mit der Situation zurechtzukommen. All diese Massnahmen dienen sowohl der Verlangsamung des Krankheitsfortschritts als auch der Aufrechterhaltung einer angemessenen Lebensqualität für die Kranken und deren Familienmitglieder.