Kasachisches Medizinsystem übernimmt schweizerische Erfahrung

Immer mehr Mediziner und Spezialisten im Gesundheitsbereich aus ehemaligen sowjetischen Ländern kommen in die Schweiz, um hier ihre Kenntnisse zu erweitern und in informellen Diskussionen mit schweizerischen Kollegen Erfahrungen auszutauschen. Berufsleute aus Kasachstan sind dabei sehr aktiv.

Anastasia Will Sorvacheva am Dolmetschen für Kollegen aus der Schweiz und aus Kasachstan

” Ende Oktober 2017 bekam ich als Dolmetscherin den spannenden Auftrag für eine grosse Gruppe ausländischen Spezialisten im Gesundheitswesen zu dolmetschen”, – berichtet Dolmetscherin und Co-Gründerin unserer Firma in ihrem Artikel im LinkedIn. Auf unserer Seite zitieren wir Sie weiter:

“Die Berufsleute stammen aus Osteuropäischen und GUS-Länder, zu 90 % aus Kasachstan. Ärzte, Klinikdirektoren, Krankenversicherungsspezialisten lernten Zürcher private und allgemeine Klinikabteilungen kennenlernen, hörten Vorträge zu Medizin, Krankheitsversicherung und administrative Führung eines Spitals. Sie führten zahlreiche lebendige und emotionale Diskussionen mit schweizerischen Ärzten, Laboranten und Pflegefachleute.

Die ausländische Delegation besuchte unter anderem das Stadtspital Waid in Zürich. Nach einem informativen Vortrag des Spitaldirektors Herr Furler teilten sich die Beteiligten in vier mittelgrosse Gruppen, um das moderne Stadtspital zu besuchen. Die Gäste interessierten sich für eine breite Palette von Themenbereichen – von administrativen bis zu höchstmedizinischen. Unter anderem fragten sie, ob hier in der Schweiz ein Spitaldirektor ein Arzt sein müsse (in Kasachstan sei es leider noch üblich, dabei wäre es viel sinnvoller, einen administrativen und einen medizinischen Direktor zu haben); ob die Mensa für die Ärzte kostenlos sei; wie viele Stunden ein Intensivstationsarzt am Stück arbeiten dürfe (sie begrüssten die hiesige, gesetzliche Norm von maximal 12 Stunden).

Die kasachischen Gesundheitsspezialisten besuchten die Notfall-, Allgemein- und Privatabteilungen, das Labor und die Intensiv- und Dialysestationen des Stadtspital Waid. Und sie waren beeindruckt. Es wurden sowohl Spitalbetten als auch Labortechniken und Präparate für die Dialyse besprochen. Meine jahrelange Erfahrung im medizinischen Dolmetschen hat mir geholfen, die Diskussionen in einer lebhaften Form zu führen. Ein interessanter Aspekt war, dass die Besucher äusserten, dass die kasachische Medizinbranche immer intensiver den Erfahrungsaustausch mit der Schweiz sucht.

Aufgrund meiner persönlichen Beobachtung kann ich diesen Fakt bestätigen. Das war innerhalb kurzer Zeit bereits die zweite grosse GUS-Osteuropa-Delegation, für die ich zum Thema Medizin dolmetschen durfte. Die damalige Delegation war zu Besuch bei GSMN Schweiz AG und der Privatklinik Bethanien. Die kasachischen Spezialisten waren auch da aktiv dabei”.